Siedlung und Erweiterungsflächen

Die Ludwigsfelder Grund GmbH, die PG Granatstraße 12 GmbH und die Wohnungsgesellschaft Ludwigsfeld GmbH planen in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München derzeit die Weiterentwicklung der Siedlung Ludwigsfeld. Neben der eigentlichen Siedlung umfasst das insgesamt 32 Hektar große Areal auch direkt anschließende Flächen im Osten und Süden.

Lage und Umfeld

Die Siedlung Ludwigsfeld liegt im Münchner Norden direkt an der Grenze zur Gemeinde Karlsfeld. Das Gebiet des Strukturkonzeptes liegt dabei in einem Spannungsfeld im Übergang von Stadt zu Gemeinde, von Ballungsraum zu Landschaft. Diese besondere Situation bestimmt die Eigenart des Standorts.

Historie

1943

Im Bereich der heutigen Siedlung Ludwigsfeld wird das Außenlager Dachau-Allach des Konzentrationslagers Dachau angelegt.

1943/44

Mehrfache Erweiterung u.a. um das O.T.-Lager (Organisation Todt/“Judenlager“)

1945

Unterbringung von Menschen, die kriegsbedingt aus ihren Heimatländern vertrieben wurden und auch nach dem Krieg nicht in diese zurückkehren konnten (Displaced Persons), in den Gebäuden des ehemaligen KZ- Außenlagers.

Ab 1950

Zusätzliche Nutzung als Bundesauswanderungslager für Heimatvertriebene und Flüchtlinge

1952

Errichtung der heutigen Siedlung Ludwigsfeld (auch „Edelsteinsiedlung“ oder „Kristallsiedlung“) auf dem Westteil des Geländes (Außenlager) nach einem Bebauungsplanentwurf der Obersten Baubehörde. Der Entwurf wurde allerdings nur teilweise umgesetzt

 

Nach 2000

Veränderung der Siedlungsstruktur durch die Ergänzung der Siedlung um einige Mehrfamilien- und Reihenhäuser im Osten, Süden und Westen

2007 bis 2011

Verkauf der Siedlung mit anschließender Sanierung der Wohngebäude sowie qualitätsteigernder Maßnahmen durch den Anbau von Balkonen und Vordächern

2016

Historische Vorbefassung durch das Bayrische Landesamt für Denkmalpflege und Initiierung der archäologischen Untersuchung durch den Grundstückseigentümer der Granatstr. 12.

2017

Abschluss der archäologischen Grabungen. Die Grabungen erfolgten in Begleitung des BLfD, spezialisierten Fachbüros und Erdbauunternehmen. Im Rahmen der Untersuchung wurden u.a. 12 vollständig erhaltene Skelette im Bereich des von 1950 – 1955 bestehenden Friedhofs geborgen, welche im Jahr der Auflassung – 1955 – übersehen wurden. Die bauvorgreifenden archäologischen Maßnahmen lieferten weitere Grundlagen für die Erarbeitung des Gedenkkonzepts durch das Büro Frankonzept und gewährleisten den verantwortungsvollen Umgang mit der Historie des Ortes.

Endgültige und würdevolle Beisetzung der Gebeine auf dem Waldfriedhof Dachau. Die Beisetzung erfolgte in Abstimmung und vollständiger Einbindung aller Angehörigengruppen.

2018

Vorstellung eines umfassenden Gedenkkonzeptes durch das Büro Frankonzept. Es wurden vielfältige Dokumentationskonzepte entworfen, wie z.B. die Errichtung einer Gedenk- und Dokumentationsplattform und die Initiierung einer Sonderausstellung in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Diese Sonderausstellung wurde realisiert und ist derzeit für die Allgemeinheit geöffnet (Ausstellung). Die Eigentümer der Flächen können sich nach dem Auszug des TSV Ludwigsfeld eine Neugestaltung der Baracke als Gedenkort in Kombination mit einer sozialen und kulturellen Nutzung vorstellen. Der Fundort im nördlichen Bereich der Granatstr. 12 könnte in einer sozial geprägten Nutzung, wie z.B. einer Grundschule oder Vergleichbarem, in das Gedenkkonzept einbezogen werden und zukunftsgerichtet gewürdigt werden.

2014 bis 2019

Errichtung neuer Parkplätze in der Siedlung zur Verbesserung der Parksituation

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